DER WEG IST DAS ZIEL

ZIEL DES LERN- UND ERINNERUNGENSORTES AFRIKANISCHES VIERTEL (LEO) 

LEO hat das Ziel, den BVV-Beschluss umzusetzen, indem das Bezirksamt mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammenarbeitet, um gemeinsame Aktivitäten zum Thema durchzuführen und eigene Unterprojekte zu realisieren.

Bei LEO sollte es eben nicht nur um einen „Erinnerungsort“ an deutsche Kolonialpolitik vergangener Zeiten gehen , sondern auch darum, das verborgene Fortleben kolonialer und rassistischer Denkmuster zu entschlüsseln und aufzuarbeiten. Nur so kann ein „Erinnerungsort“ seine Wirkungen als „Lernort“ entfalten. So sollen der deutsche Kolonialismus und seine Auswirkungen heute in unser modernes Verständnis von Demokratie, Menschenrechte und friedlichem Zusammenleben eingebettet werden, wo Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe oder Herkunft keinen Platz mehr hat.        

EINBEZIEHUNG DER SCHWARZEN COMMUNITY

LEO unternahm von Beginn an den Versuch, einen Lern- und Erinnerungsort  unter Einbeziehung der Schwarzen Perspektive zu gestalten. Dabei ging es nicht darum, eine auf dem Betroffenenstatus beruhende Einbeziehung Schwarzer zu realisieren, sondern die wissenschaftliche Perspektive Schwarzer einzufordern, um so einen Lernprozess zu entfalten, der uns nicht zurückwirft auf eine eurozentrische Perspektive oder einen Pseudo-  Antirassismus zelebriert, der tieferen Erkenntnissen im Wege steht.

Bei LEO geht es nicht nur um die Einbeziehung Schwarzer Experten als Gerechtigkeitsanspruch, sondern um ein tieferes Lerninteresse, das über eine Betroffenheit auslösende Erinnerung an vergangenes Unrecht hinausgeht und das Potential hat, einen überzeugenden Beitrag zur Dekolonisierung unserer Gesellschaft und Kultur zu leisten.

Im Projekt wurde ein Fachbeirat eingerichtet, der LEO bei der Auswahl der Projekte und Projektideen beriet. Damit wurde das Ziel verfolgt, die Akteure und Experten der afrikanischen Community auf  ugenhöhe mit effektivem Mitspracherecht zu beteiligen und somit deren Erfahrungen und Expertisen einzuholen.



DIE STARTPHASE

Die Kickoff-Veranstaltung fand am 23.4.2013 in der Aula der Volkshochschule Mitte statt und wurde von der Stadträtin für Weiterbildung, Kultur, Natur und Umweltschutz, Frau Sabine Weißler, eröffnet. Dazu wurden alle Vereine, Projekte, Initiativen und Institutionen eingeladen, die in dem Bereich zum Thema gearbeitet hatten. Sie wurden gebeten, ihre Projektideen und -vorstellungen bei der Kickoff-Veranstaltungen einzubringen.

An der Auftaktveranstaltung nahmen 49 Personen aus 34 Organisationen und Institutionen teil: Organisationen der afrikanischen bzw. Schwarzen Community sowie Vertreter von Vereinen, die sich mit Afrika, Kolonialismus und Antirassismus befassen, aber auch Bezirksamtmitarbeiter des Schul- und Jugendamts, des Museums und der VHS Mitte, sowie Mitglieder der BVV.

Es wurden viele Projektideen präsentiert. Sie reichten von Ideen für Kunstprojekte, Begegnungen, Kinder- und Schulprojekten, Führungen, einen Audioguide, Sportveranstaltungen bis zu Ideen für eine Schulmaterial- Entwicklung.

 

Die Vorschläge wurden auf den Sitzungen des Fachbeirats ausgewertet.